In unseren allgemeinen Sprachgebrauch haben sich Floskeln wie “Qualität hat ihren Preis”, “Wer spart, zahlt doppelt” und “Geld ist zum Ausgeben da”. Trotz dieser klugen Sätze verkauft sich das Schweinehack (500g für 1,99€)  im lokalen Discounter noch immer am besten. Wenn wir also nachweislich wissen, dass gute Qualität nicht billig ist und obendrein noch besser für die Lebensqualität, warum schauen wir ständig auf den Preis?

Psychologisch ist es simpel erklärt: Erstens sind wir als energiesparendes Wesen (faktisch: wir sind Meister im Energiesparen) darauf getrimmt, möglichst viel Ergebnis für möglichst wenig Aufwand zu bekommen. Zweitens ist der Effekt, sprich die Wirkung auf den Körper bei Verzehr eines Lebensmittels niederer Qualität nicht sofort spürbar. Die Gesellschaft hat uns jedoch auf schnelle Belohnung und direkte, unvermittelte Erfolgsgefühle getrimmt. Ein Schnäppchen fühlt sich besser an, als sich eine ruinierte Gesundheit in weiter Zukunft anfühlen kann. Unsere Vorstellungskraft reicht schier nicht aus, eine weit entfernte Zukunft vorauszusehen und zu vermitteln (aus diesem Grund sieht absolut nichts so aus, wie Star Trek es vorhergesagt hat). Das bringt uns zu einem tiefgreifenden Thema, das in der Fitnessindustrie und im Speziellen in der CrossTraining-Blase seit Turnvater Jahn existiert:

Warum kostet gutes Coaching viel Geld?

Dafür gibt es einen sehr treffendes Zitat, das wir an dieser Stelle anbringen möchten:

“Du bezahlst mich nicht für die 60 Minuten Arbeit, sondern die Jahre, die es mich gekostet hat, zu diesem Punkt zu kommen.”
Autor unbekannt

Logisch, richtig? Gemessen wird Arbeit in der Regel an ihrem Ergebnis bzw. am Wert, den diese Arbeit in der Gesellschaft, oder mehr noch: in der Wirtschaft einnimmt. Vorzugsweise mit einem Produkt oder einer Sache, die greifbar, fühlbar oder sichtbar ist.

Nun zur Fitnessindustrie: Das Ergebnis von hartem Training ist selbst nach 4 Wochen nicht: greifbar, fühlbar oder sichtbar und schon gar kein Produkt. Noch komplizierter wird es mit langfristiger Gesundheit und nachhaltigem Training. (Das ist der Grund, warum Diäten i.d.R. nicht langfristig funktionieren/motivieren) Genau aus diesem Grund sind viele Leute eher Bereit, für ein neues Paar Laufschuhe oder Sportklamotten mehr zu bezahlen, als für Lauftraining oder gar professionelles Coaching.

Wenn wir Coaching (sprich Cross-Training) nun als einfache Dienstleistung definieren, lässt sich sagen: gute Trainer verlangen entsprechend Geld von ihren Arbeitgebern oder falls sie selbstständig sind, von ihren Sportlern. Dieser Zusammenhang wäre greifbar und nachvollziehbar, gäbe es da nicht eine Lohn-Dumping-Industrie, der der Erfolg und Fortschritt des Einzelnen herzlich egal ist. Durch niedrige Preise (4,95€ pro Monat) wird der niederste Instinkt des Menschen angesprochen: wenig Aufwand (finanziell), großes Ergebnis (Geräte). Aus diesem Grund hat sich eine Abwärtsspirale entwickelt, die den Unterschied zwischen günstig (4,95€) und hochpreisig (100€ und mehr) immer deutlicher werden lässt. Dazu lohnt es sich, hinter die Kulissen zu schauen:

Discount Fitnessstudio

Hochpreisiges Fitnessstudio / z. B. CF-Boxen

i.d.R. niedriger Monatsbeitrag
flexible Laufzeiten
lange Laufzeiten
niedrige Anwesenheit = schlecht
Fokus auf VIELE Mitglieder
Fokus auf Verkauf von Ergebnissen
niedrige Anwesenheit = gut
niedrige Anwesenheit = schlecht
Fokus auf Verkauf von Zusatzprodukten
Fokus auf Verkauf von Ergebnissen
i.d.R. niedrige Trainerqualität
i.d.R. hohe Trainerqualität
Selbsterhaltung durch Quantität
Selbsterhaltung durch Qualität

Anmerkung:

Es gibt unzählige Fitnessstudioketten, die hohe Preise und eine augenscheinlich hohe Trainerqualität bewerben und trotzdem eine durchweg niedrige Qualität liefern. Hohe Preise werden oft durch hochwertige Geräte oder sogenanntes „Personal Training“ gerechtfertigt.

(In vielen Fällen = vorgefertigte Trainingspläne und eine 30 minütige Verkaufsshow, in der möglichst viel verkauft, werden soll sowie die Vertragslaufzeit verlängert werden soll.)

Schlussendlich, ist der primäre Grund für einen hohen Monatsbeitrag die dafür gelieferte Qualität des Coachings und der Expertise der Coaches.

Wir von CAU haben für unsere Coaches eine interne Ausbildung entwickelt und setzen hohe Standards an unsere Trainer und Sportler. Wir geben unser Wissen zu jeder Zeit (ob ihr wollt oder nicht) an unsere Mitglieder weiter. Der Fokus ist nicht in erster Linie eine große Gewinnmarge, sondern eine außergewöhnliche Leistung, die wir unseren Coaches gut bezahlen wollen. Denn am Ende müssen auch die ihren Einkauf an der Kasse bezahlen.

Viel mehr noch: Wir wollen nicht Teil der toxischen Industrie sein, die ihre Mitarbeiter hinter dem Gewinnstreben anstellt und die Sportler zu reinen Zahlen werden lässt.